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Meine Geschichte und die meiner Kunst..

 

begann in der kleinen Eifelstadt Prüm. Dort wurde ich 1957 geboren. Künstler war ich von Anfang an. Meine Lieblingsbeschäftigungen waren Malen und Basteln. Fußball nicht, nur wenn die Fußballer ein Plakat brauchten habe ich das gerne gemalt. So wollte ich am Ende der Schulzeit Fotograf oder Dekorateur werden. Tatsächlich bin ich zur Post gegangen und bin dort Fernmeldehandwerker geworden. So war ich auf dem besten Wege, ein ganz „normaler Spießer“ zu werden.

Diese Karriere wurde jedoch von der Einberufung zur Bundeswehr jäh unterbrochen. Eigentlich wollte ich da gar nicht hin, und plötzlich war meine Welt nicht mehr „Heil“, sondern voller Unrecht, und ich beschloss, sie zu verbessern. Meinen Neigungen entsprechend malte und zeichnete ich gegen Aufrüstung, Unrecht und Umweltzerstörung mehrere Bilder. Ich schloss mich der linksalternativen Szene an und wurde Umweltaktivist. Der Horizont erweiterte sich und meine Bilder wurden bunt, surreal und experimentell.

Dann musste ich den Job bei der Post und leider auch die Malerei aufgeben. Ein Augenleiden machte beides schwierig. Dann bot sich mir die Möglichkeit einer Ausbildung zum Klavierstimmer an. Das fand ich toll, und es hat mir geholfen, meine Sehbehinderung zu akzeptieren. Also wurde ich Klavierstimmer. Auch heiratete ich zu dieser Zeit, und während der Ausbildung wurde mein Sohn geboren.

Eines Tages begegnete mir während eines Waldspaziergangs ein Stück Holz. Ich hatte den Eindruck, es schaue mich an. Ich nahm es mit nach Hause, zog ihm die Rinde aus, schnitzte die Konturen nach, schliff und polierte es und war fasziniert von den Gestaltungsmöglichkeiten. Ein archaisches Konstruktionselement – Jeder Ast eine Skulptur. Mit großer Leidenschaft und triebhafter Kreativität fertigte ich eine Vielzahl von Fundholzskulpturen (Fundholz ist das Holz, dass im Wald herumliegt. Ich fälle keine Bäume und säge auch keine lebenden Äste ab).

Mit der Begeisterung für diese Kunst bin ich jedoch alleine geblieben. Eingereichte Arbeiten wurden abgelehnt. Erste Ausstellungen blieben ohne nennenswertes Ergebnis. Warum auch immer: Ich hatte bis dahin keinen Erfolg damit. Und als sich die Möglichkeit ergab, eine Keramikwerkstatt zu betreiben, habe ich die Produktion von „Großer Kunst“ auf „Kleine“ umgestellt. Ich fertigte allerhand Nippes und konnte so meine Kreativität ausleben.

Nach meiner Scheidung gab ich die Keramikwerkstatt auf und nahm eine Vollzeitstelle als Klavierstimmer an. Obwohl dieser Beruf sehr interessant ist, häufig konnte ich mich bei Konzerten und Musikproduktionen als Teil der „Großen Kunst“ fühlen, aber Kreativität und Phantasie sind dabei nicht erforderlich. Das Klavierstimmen ist eine akustische Handwerkstätigkeit die das ständige Reproduzieren einer seit dem Barock praktizierten Einstellung des Klaviers beinhaltet.

Daher habe ich mir als kreatives Spielzeug eine Videokamera zugelegt. Anfänglich habe ich noch einige Clips produziert, danach habe ich nur noch meine Reisen damit dokumentiert. Denn gleichzeitig habe ich für mich das Radreisen entdeckt. Mehrtägige Fahrradtouren mit Outdoorausrüstung waren für mich der Gipfel der Freiheit und ein wunderbares Landschafts- und Naturerlebnis. Ich habe versucht meine gute Stimmung und die Glücksgefühle mit der Videokamera einzufangen, um so für diese umweltfreundliche und sanfte Art des Reisens zu werben. Von Jahr zu Jahr wurden meine Touren anspruchsvoller und gipfelten mit der Überquerung des Gotthard-Massivs.

Dann musste ich den Job als Klavierstimmer und leider auch das Radreisen aufgeben. Die Folgen eines Herzinfarktes machten beides schwierig. Danach galt es, als sehbehinderter Rentner mit Herzschwäche ein sinnerfülltes Leben zu organisieren. Nun ist es im Leben wie beim Kartenspiel, man kam auch mit schlechten Karten ein schönes Spiel machen. Nachdem ich meinen Neigungen treu bleibe, suchte ich nach einem geeigneten Kunstprojekt. Die Video-Kunst war mir zu technisch und mit meinen Augen nur bedingt zu praktizieren. Ein guter Musiker bin ich nicht geworden. Fundholzskulpturen hatte ich mehr als genug. Auf jeden Fall wollte ich viel draußen in der Natur sein, und da ich wusste, dass jeder im Wald herumliegende Ast auch eine Skulptur oder ein Gestaltungselement ist, entstand der Plan, die Fundhölzer an Ort und Stelle zu installieren und gute Fotos davon zumachen.

So stieß ich auf die „Landart“. Bei meinen Recherchen darüber, war mir sofort klar: Das ist genau mein Ding. Ich hatte eine neue Leidenschaft, und das ist so ähnlich wie „Frisch verliebt sein“. Damit war die Krise überwunden und ich machte mich mit großem Eifer ans Werk. Seitdem habe ich viele gute Projekte realisiert, und Dank der digitalen Fototechnik konnte auch ich scharfe Bilder davon machen.

Hoffentlich geht es noch eine Weile so weiter, dann bin ich mal gespannt, was noch entsteht. Geld habe ich mit meiner Kunst nie verdient und dennoch hat sie mein Leben sehr reich gemacht.

 

 

“Kunst ist, wenn man es trotzdem macht.”

Manfred Michels, Januar 2016

 

 

 

 

 

 

Landart Skulptur Grafik